Domains in Deutschland
Im Osten geht die Sonne auf, im Süden hält sie ihren Tageslauf, im Westen geht sie unter und im Norden ist sie nie zu sehen stimmt zwar für die Sonne aber nicht für die Domainregionalstatistik der DENIC eG. So kommt es, dass der Osten immernoch deutlich weniger Domainnamen registriert hat als der Westen, wodurch sich auf ein Technologiegefälle in Deutschland schließen lässt.
Zunächst zu den positiven Seiten der Statistik: Die 9,9 Millionen .de Domains sind die zweithäufigsten der Welt hinter den .com Adressen und somit die Häufigste Länderkennung im Web. Dabei gibt es zwar in Berlin die meisten Domains, doch in Düsseldorf haben relativ zur Einwohnerzahlen gesehen die meisten Einwohner eine Domain. Dies alles ist noch nicht verwunderlich, doch der harte Brocken kommt noch.
Wenn man nun sich einmal die Rangliste komplett ansieht fällt einem das Ost-West-Gefälle auf. So ist Berlin im relativen Bezug (Domains pro Einwohner) nur auf Platz 36 gelandet. Der beste Ostdeutsche Kreis zeigt die Situation noch deutlicher, der Kreis Rügen liegt auf Platz 136, was bedeutet, dass sich zwar einige (aber nicht viele) Kreisfreie Städte Ostdeutschlands in den Top 100 befinden, aber kein einziger Landkreis. Der Westen hingegen hat seinen besten Landkreis (Kreis München) auf Position 5 und auch viele Landkreise in den Top 100.
Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die Verbreitung des Internets in Ostdeutschland nur sehr schleppend vorangeht und es eine deutliche technologische Kluft zwischen Ost und West gibt, die wahrscheinlich erst in einigen Jahren bis Jahrzehnten behoben werden kann. Bis dahin kann man, zumindest in Sachen Internet, immernoch von einem geteilten Deutschland sprechen, dass noch immer auf die Widervereinigung wartet.
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